Byzantinische Ursprünge und angevinische Expansion
Die erste Befestigung in Kassiopi wurde vermutlich von byzantinischen Kommandanten errichtet, um die schmale Meerenge zwischen Korfu und dem griechischen Festland zu überwachen. Der strategische Wert des Standorts war offensichtlich: Wer dieses Vorgebirge kontrollierte, kontrollierte den nördlichen Zugang zur Insel. Als die Angevins 1267 Korfu einnahmen, erweiterten und verstärkten sie die Mauern erheblich, was dem Schloss die imposante Silhouette verlieh, die es heute noch hat.
Die Venezianer, die Korfu von 1386 bis 1821 vier Jahrhunderte lang regierten, trafen die kalkulierte Entscheidung, Kassiopi aufzugeben. Sie fürchteten, dass es als Sammelpunkt für Widerstand dienen könnte, und ließen es absichtlich verfallen, während sie Ressourcen in die großen Befestigungen von Korfu Stadt lenkten. Diese absichtliche Vernachlässigung ist der Grund, warum Besucher heute romantische, mit Efeu bewachsene Ruinen finden, anstatt einer restaurierten Zitadelle.
Die Kirche der Panagia Kassopitra
Innerhalb der alten Mauern befindet sich eine kleine weißgetünchte Kirche, die der Panagia Kassopitra gewidmet ist. Sie steht auf Fundamenten, die möglicherweise auf ein viel früheres Heiligtum zurückgehen, das möglicherweise mit einem Tempel des Zeus verbunden war, den die Römer hier verehrten. Die Kirche ist aktiv und verleiht der ansonsten archäologischen Landschaft eine ruhige spirituelle Dimension.